Barockreiten

Die klassische akademische Reitweise

Der Grieche Xenophon verfasste 380 v. Christus, die heute noch gültige Kernaussage, für die klassische Pferdeausbildung.

 

''Es kann nur dann eine harmonische Ausstrahlung von Pferd und Reiter ausgehen, wenn der Reiter den natürlichen Anlage des Pferdes entspricht und sie für sich nutzbar macht. Die gewünschte Ausstrahlung ist nur dann erreichbar, wenn das Pferd körperlich und seelisch im Gleichgewicht ist.''

 

Mit dieser Reitmethode, die höchste Dressuransprüche bis zur hohen Schule beinhaltet, können Pferde aller Rassen ausgebildet werden. Die größte Veranlagung für klassische Dressurlektionen zeigen jedoch besonders Barocke Pferderassen wie Lipizzaner, Andalusier, Lusitanos, Knappstrupper oder Friesen. Die Gründe dafür sind in der Historie dieser Pferderassen selbst zu finden. Sie spiegeln die damalige Einstellung zu Kunst, Schönheit und Adel.

Als der militärische Einsatz der Pferde zurückging, entstand im Barock die klassische höfische Reitkunst. Die notwendigen Fähigkeiten eines Kriegspferdes wie Wendigkeit, Unerschrockenheit, Schnelligkeit und Gehorsam wurden zum Selbstzweck weiterentwickelt und kultiviert. Noch heute steht im Mittelpunkt der Arbeit die Versammlung und die Légereté (=Leichtigkeit). Sie ist Zeichen von Durchlässigkeit und Losgelassenheit und zeigt deutlich die Qualität der Ausbildung.

Das Wichtigste ist, dass mit dem Pferd artgerecht und gewaltlos umgegangen wird und die natürlichen Bewegungsabläufe geduldig gefördert werden. Mit diesem Grundsatz ist es möglich, das Pferd bis ins hohe Alter geschmeidig unter dem Sattel zu bewahren. Ziel ist die Beherrschung der Hinterhand des Pferdes, die durch eine vermehrte Lastaufnahme und entsprechende gymnastizierende Übungen erreicht wird. Das Pferd ist geistig, wie körperlich in Balance und fühlt sich verstanden.

 

Die Ausbildung beinhaltet in Theorie und Praxis:

  • klassische Arbeit an der Hand
  • alle Seitengänge, wie Schulterherein, Travers, Renvers und Traversale
  • Aktivierung der Hinterhand
  • Galoppwechsel und Pirouetten
  • hohe Lektionen, wie Piaffe, Passage, Spanischer Schritt, Pesade und Levade

Im Mittelpunkt steht die Freude an der eigentlichen Arbeit mit dem Pferd, egal in welcher Ausbildungsstufe sich dieses gerade befindet. Wichtig dabei ist, dass die Rittigkeit des Pferdes verbessert und seine Bereitschaft mitzuarbeiten gefördert wird.